20. Oktober 2018

Yaru – Ubuntu Theme

HardN’Software mit einem neuen Look für Ubuntu

Nachdem ich mich vor einiger Zeit geärgert hatte, dass es nach wie vor nicht ohne Kompromisse möglich ist auf Ubuntu umzusteigen, hatte ich an einer Studie gearbeitet, die ich hier bereits veröffentlicht habe.

Aufgrund dieser Studie ist es mir auch gelungen genug Aufmerksamkeit zu generieren, damit ich in das neue Community-Team gekommen bin, das für eine Neugestaltung des GNOME Themes für Ubuntu zuständig ist. 

Dabei dachte ich mir: Sehr gut, denn der normale Nutzer reagiert eher auf eine neue Oberfläche, als auf irgendwelche Meilensteine im Kernel, oder bei Installationspaketen. Immerhin zählen Millionen von Menschen täglich auf Ubuntu. Die Öffentlichkeit wird dadurch wohl mehr neues Interesse zeigen, außerdem konnte ich so als “Nichtprogrammierer” auch endlich etwas beitragen und aktiv mitgestalten. 

Desktop von Ubuntu 18.10

Und das hab ich auch. Zusammen mit vielen anderen. Aus dem Kernteam wurde eine ganze Welle von begeisterten Mitwirkenden aus aller Welt. Aus dem Gedanken Ubuntu in ein neues Theme zu tauchen, wurde eine große und aktive Diskussion in allerlei Foren und Nachrichtenportalen, viele hatten was beizutragen und eine eigene Meinung, sowie wurde vieles bedacht und probiert.

Da sich der Release 18.04 LTS nicht ausging (es war zu umfangreich in den wenigen Monaten von November bis März, wo alles fertig sein sollte) stehen nun mit dem 18.10er Release das Theme und die neuen Icons sehr im Mittelpunkt.

Und das Beste daran: Ubuntu bekommt nicht nur einen zeitgemäßeren Auftritt, sondern auch eine menge Aufmerksamkeit. Vieles davon ist positiv, aber auch Kritik wird laut – was aber normal ist, denn viele mögen einfach keine Veränderung, oder wissen vieles besser. Das sei mal so dahin gestellt.

Es lässt sich schwer sagen welche Einflüsse ich genau hatte, doch kann ich mich auf Dutzende Diskussionen erinnern. Vor allem der allgemeine Desktop-Look  sich war mir wichtig, dass dieser (im gegebenen Rahmen eines Themes) gut aussieht und wenn möglich, für etwas mehr Klarheit sorgt. Wie als Beispiel der Trennstrich zwischen der Leiste oben und dem Dock links, wo ich intensiv an den Transparenzen und dem separieren der beiden Leisten gearbeitet habe. Auch Buttons und allgemeine Fragen zu Usability und Look diskutierte ich aktiv mit, konnte mich in manchen Belangen auch mit meinem Wissen stark etablieren und Ansprechpartner werden.

Das Theme-Icon stammt gänzlich von mir, das Icon-Theme wurde vom fallengelassenem Suru Theme adaptiert und erweitert. Nur leider hatte ich die letzten Wochen vor dem Release wenig Zeit, mich aktiv zu beteiligen. Doch dafür hat man ja eine Community. Man ist nie alleine mit all der Arbeit.

Gesamt – wie man sieht – haben wir uns für ein allgemein dunkleres Theme entschieden. Zwar wird das immer wieder durch helle und farbige Elemente aufgelockert und mit den Icons wirkt es etwas verspielt, doch gibt es in der (verbreiteten Distributionen) Desktopwelt weniger dunkle Themes – da haben wir beinahe ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Da wir auch sehr auf die Mischung von GNOME, den früheren Ubuntu Designs und dem Icondesign geachtet haben (Icons wurden wie bereits erwähnt für das leider nie verwendete Theme “Suru” erschaffen), gibt es eine gewisse Wiedererkennung. Etwas wie die Revolution des Ubuntu Designs.

Insgesamt hat es einen eigenen Look, der nicht so schnell mit anderen Systemen verwechselt werden wird. Außerdem wirkt es frisch und modern, knackig und durchdacht – auch wenn es noch nicht perfekt ist. Tendenzen zu Flat-Design, Aufgeräumtheit und Fokus auf Inhalte sind natürlich erwünscht gewesen.

App-Launcher mit den neuen Icons

Insgesamt bin ich natürlich stolz darauf, was die Community geschaffen hat. Immerhin ist es sehr schwierig sich nur per Foren auszutauschen. Für viele ist Englisch auch nicht die Muttersprache und was noch dazu kam waren die verschiedensten Weltzeiten und natürlich private und berufliche Angelegenheiten.

Der 18.10 Release ist nur ein sehr kurzlebiger, der zwischen den Hauptversionen vor allem für Neues steht, das dann erst in einem LTS (Long Term Support = Langjährig gepflegter Release) enden wird. So steht nichts in Stein gemeißelt, es wird bis zum 19.04 Release fleißig weitergearbeitet – wie als Beispiel an einem wirklich dunklem Theme.

Auch konnte ich mich bereits mit Mitgliedern des GNOME Teams austauschen, vielleicht ergibt sich auch hier eine Zusammenarbeit. 

So: Thanks a lot to everyone involved, was a pleasure to work with you all and looking forward to many years of Yaru!

https://community.ubuntu.com/c/desktop/theme-refresh
https://www.ubuntu.com/
https://www.gnome.org/
http://ubuntu.luxam.at
https://didrocks.fr

Interview von Didier Roche

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