Warmwasser dank Photovoltaik

19. April 2020

PROJEKT eines PV Anlagen-Aufbau

Dieser Artikel wird nach und nach erweitert, bis das Projekt abgeschlossen ist – Februar bis April 2020 für den Aufbau, darüber hinaus werden Daten gesammelt – Updates am Ende.

Projektziel ist es möglichst günstig und in Eigenleistung (jedoch als gelernter Techniker), den Energieverbrauch eines Familienhauses zu reduzieren. Die Idee dahinter ist, mit Photovoltaik direkt den Warmwasserspeicher der Zentralheizung aufzuwärmen. Weiters werden zwei Paneele für Stromgewinnung genutzt.

Warum Wasserwärmen?

Diese Frage stellt sich schnell und gerne – warum Wasser heizen und nicht den gesamten Strom im Haus nutzen? Das hat eine einfache Kosten-Nutzen Rechnung schnell erklärt. Denn eine PV Anlage mit DC/AC Wechselrichter kostet dementsprechend mehr und würde sich nur bei hohem Eigenverbrauch auszahlen. Um das zu erreichen, bräuchte man einen Stromspeicher (Akku) und dieser ist nach wie vor unverhältnismäßig kostspielig. Weiters könnte ich die Installation nicht komplett selbst erledigen, was sich wiederum auf den Preis niederschlägt. So stehen also tausende Euro in der Anschaffung gegen eine Stromrechnung, die das erst in Jahrzehnten amortisiert. Wenn nichts kaputt wird. Der Umweltaspekt wiegt beim Strommix des Anbieters in unserer Region dank Wasserkraft auch sehr niedrig.

Auf der anderen Seite der Warmwasserspeicher. Dieser ist bereits ein Energiespeicher im Haus, der momentan nur von der Zentralheizung erwärmt wird und dementsprechende Energie dafür benötigt. Noch dazu wird mit Öl geheizt, also spielt der Umweltaspekt hier sehr wohl eine Rolle.

Man verzichtet also auf aufwändige Rohre, teure Wechselrichter, noch teurere Akkus und viel Fremdleistung. Wenn die Sonne scheint wird das Wasser erwärmt, wenn das Wasser heiß genug ist, schaltet der Heizstab ab. Und das Wasser lässt sich über Stunden bis in den Abend, oder womöglich bis in den nächsten Tag hinein, nutzen. Einfach = Gut!

Technische Auslegung

Die Auslegung ist sehr simpel gerechnet: Der gewählte ELWA Heizstab kann maximal 2000 Watt heizen, also sollte die Anlage knapp darüber sein. 4-8 Module werden empfohlen, je nach Haushaltsgröße. Unsere Anlage hat 7 Module, da diese etwas größer sind – 72 statt 60 Zellen.

Der Warmwasserspeicher hat 160 Liter, daraus kann man mit eingerechneten Verlusten auch die mögliche Wassererwärmung errechnen. Da das Dach etwa 25 Grad S/W ausgerichtet ist, kann man mit dem Sonnenstand auch hier ungefähre Berechnungen anstellen.

Grob gesagt braucht man für die Erwärmung von 160 Liter Wasser um einen Grad etwa 0,204 kWh, was bei einem Heizstab mit 2000 Watt wiederum 0,22 Stunden, also 6:08 Minuten dauert.

Zuerst die benötigte Energie berechnen minus 10 % Beispielverlust:
160 Liter * 1 Grad * 4,182 kJ * 1,1 Verlust = 736 kJ bzw. 0,736 MJ

Dann die Energie in kWh umrechnen:
0,736 MJ / 3,6 (MJ in kWh) = 0,204 kWh

Danach noch die kWh durch die Heizleistung für die Zeit (Dezimal):
0,204 kWh / 2 kW = 0,09 Stunden
oder 06:08 Minuten

Es sollte klar sein, dass die Vollleistung sehr selten erreicht wird, aber man kann mit dem Rechenweg eine Wahrscheinlichkeit berechnen und ein Gefühl bekommen. Diese ist wiederum abhängig vom tatsächlichen Sonnenschein und dem verbrauchten Warmwasser. Also schwer vorauszusehen, wird interessant dies mit der Realität zu vergleichen. Aber es gibt auch Tools, die einem dabei helfen:

Erwartete Vorhersage für 2 kWp Anlage in Kärnten SW 20°

Dann noch zum Vergleich mit Öl gegengerechnet:
0,447 kWh * 0,10 €/kW = 0,04 €
Beispiel-Ersparnis pro Grad Warmwasser mit PV erwärmt statt mit Öl ohne Lieferung und Wartungskosten.

Umso teurer das Öl, sowie umso weniger effektiv der Ölofen, desto höher wird der Preis pro Grad. In einer Beispielrechnung für sonnige Durchschnittstage im Jahr, erreiche ich ungefähr 18-60+ Grad Wassererwärmung. Ein Schnitt von 47,6 wird jetzt der Realität wegen halbiert (tatsächliche Sonnentage, tatsächlicher Verbrauch usw.) auf 23,8 Grad pro Tag – bedeutet 4,46 kW und wiederum 0,50 € Öl-Ersparnis/Tag.

Also hat man um die 180 € pro Jahr gespart. Das ist recht negativ gerechnet und sollte alleine schon bei dem sonnigen Winter in den letzten Jahren übertroffen werden. Das bedeutet spätestens 5-8 Jahre für die Amortisation, konservativ gerechnet.

Noch sollte dazu gesagt werden, dass die Planung dahin geht, dass wir in den nächsten Jahren wahrscheinlich einen Schichtenspeicher einbauen, sowie auf Pellets, oder eine Wärmepumpe umsteigen werden. Der 800 Liter Schichtenspeicher wird mit dem Heizstab dann Warmwasser und die Heizung unterstützen. Zwar ist der Gesamtanteil der PV Anlage in er Heizperiode wahrscheinlich verhältnismäßig klein, doch die Effektivität steigt weiter – da einerseits ein Schichtenspeicher diese schon erhöht, und weil der Heizstab wohl nur in der Nichtheizperiode das Wasser auf Abschalttemperatur bekommen kann. Also wird beinahe jeder Watt vom Dach ins Warmwasser transferiert.

Damit man aber nicht im “kalten” Wasser sitzen muss, wird die Heizung als Beispiel auf 40 Grad Warmwasser eingestellt, der Heizstab auf 60 Grad. So hat man realistisch alles abgedeckt und hat 20 Grad “Puffer” für PV Energie. Je nach Verbrauch, Wetter und wie sehr man sich auf das System einspielt, werden wir versuchen, die Zentralheizung komplett weg zu lassen. Denn wenn das Wasser abends nach dem Duschen nur mehr 20 oder 30 Grad hat, würde die Zentralheizung das aufwärmen – in der Nacht braucht das natürlich niemand. Und morgens geht die Produktion vom Dach schon wieder los.

Wichtige Bestandteile

  • Photovoltaik Module
  • Modulbefestigung am Dach
  • Verkabelung & Sicherung
  • ELWA Heizstab

Photovoltaik Module

Auch wenn über die letzten Jahre PV Module immer günstiger geworden sind, so ist es nach wie vor ein teurer Posten. Darum habe ich mich dafür entschieden, gebrauchte Module zu erwerben. Diese wurden von einer Großanlage zurückgebaut und waren etwa 4 Jahre im Einsatz. Der Modulpreis war bei 76 pro Modul für jeweils 280 Watt sehr attraktiv und auch ausschlaggebend für eine preisgünstige Umsetzung.

7 Module, jeweils 72 Zellen pro Modul. Betriebsspannung von 35,54 Volt, also 248,78 Volt gesamt, und dabei 7,88 Ampere. Leerlaufspannung ist auf 44,00 Volt und 8,9 Ampere.

Leider sind sie mit knapp 1 mal 2 Meter etwas größer als der Durchschnitt und mit 25 Kilogramm auch nicht gerade leicht. Das war bei der Montage zu beachten, zu zweit aber kein Problem. Dafür spart man sich quasi ein Modul in dem Aufbau, da die ELWA nicht mehr Volt verträgt.

Das vor allem wegen dem Temperaturkoeffizient, dieser beschreib, dass bei angenommenen -15 Grad, die bei uns auch vorkommen können, die Module anstatt 308 Volt Leerlaufspannung, über 350 Volt liefern. Also würden laut Betriebsspannung sogar 9 Module funktionieren, die Leerlaufspannung bei -15 Grad wäre dann aber bei 454,61 Volt – und würde die ELWA “brutzeln” lassen.

Zwei Module wurden für ein separates Setup für Stromerzeugung erworben.

Modulbefestigung am Dach

Die Modulbefestigungen kommen wie der Heizstab aus österreichischer Produktion, diesmal von Aerocompact, und alles war recht leicht zu montieren. Stockschrauben werden durch die Wellplatten in einen vorhandenen und einen neu montierten 8x4er Pfosten geschraubt, möglichst 90° vertikal zum Dach. auf die Stockschraube kommt ein Winkel mit einer vorgefertigten Befestigung, diese wird in die jeweils 4,3 Meter Profile gesteckt und verschraubt und die Profile mit Verbinder auf die notwendigen fast 10 Meter verlängert.

Das benötigte Material ohne Profile

Insgesamt war die Montage schnell erledigt, in wenigen Stunden hat man so ein stabiles und fertiges System am Dach. Bei uns war es aufwändiger, da man einen zusätzlich Pfosten benötigte und auch Reparaturen am Kaltdach vorgenommen hat.

Verkabelung und Sicherheit

Als Verkabelung ist mit 4 mm² Kabel gelöst, das vom Dach in den Keller verläuft. Dieses ist wiederum in einem Schutzschlauch im Dach und Dachbodenbreich, um eventuelle Tierangriffe abzuwehren. Die Anlage wird seriell geschalten, also summiert sich die Volt auf knapp 250, der Strom bleibt bei ungefähr 7,8 Ampere.

Dadurch ist ein 4 mm² Kabel bereits überdimensioniert und eher für zukünftige Veränderungen angedacht. Außerdem ist noch eine 1000V DC Sicherung mit 10 A eingebaut, was nicht unbedingt notwendig ist, aber so kann man sich etwas sicherer fühlen, vor allem wenn wirklich was passiert und man kann auch die komplette Anlage freischalten. Auch der ELWA Heizstab begrenzt sich selbst bei über 10 Ampere.

An der ELWA ist direkt ein MC4 Stecker und eine Buchse, also auch hier kein Problem mit der Verkabelung. Wichtig ist zu bedenken, dass die Verkabelung zuerst gemacht werden muss, bevor die Module angesteckt werden – denn 250 Volt Gleichstrom sind nicht zu unterschätzen.

Stromgewinnung

Da ich für die ELWA nur 7 Module verwenden kann, entschied ich quasi in letzter Minute, doch zwei zusätzliche Module zu kaufen und diese für die Stromgewinnung zu verwenden. Der Mehraufwand hält sich dann einerseits bereits in Grenzen und in Österreich sind PV-Kleinstanlagen bis 600 Watt recht simpel zu bewerkstelligen. Man muss aber bestimmte Auflagen berücksichtigen und dem Netzbetreiber bescheid geben.

560W Modulwechselrichter EVT560 Mikroinverter von Envertech

Der Modulwechselrichter wird an zwei Module angeschlossen, dann per Spezialstecker an den Hausstrom angeschlossen. Das System liefert maximal 560 Watt, was genau dem von zwei 280 Watt Paneelen entspricht. Bevor der Strom ans Hausnetz angeschlossen wird befindet sich ein Schutzschalter und ein Wattmeter, zur aktuellen und kompletten Watt und kWh Ablesung für eigene Kontrolle.

Da die Position am Dach viel besser ist als bei typischen Balkonkraftwerken, ist auch mit einer entsprechend höheren Ausbeute zu rechnen. Der Microkonverter ist vor Sonne und direktem Regen unter einem Paneel montiert, geerdet und die 230 Volt Leitung verläuft direkt in den Dachboden.

Wenn von den Paneelen Strom kommt, prüft der Konverter ob an der 230 Volt Seite Strom anliegt und vor allem, welche Frequenz diese gerade hat. Dann synchronisiert er sich mit dem Stromnetz und erst dann beginnt er zum liefern. Also kann man sich auf der 230 Volt Seite nicht elektrisieren.

ELWA Heizstab von my-PV

Als Heizstab wurde die ELWA von my-PV ausgewählt, weil diese ohne Umwandler, direkt an die PV Anlage angeschlossen werden kann. Das vereinfacht und vergünstigt die Anlage, sowie sorgt sie für einen anmeldungsfreien Inselbetrieb.

Packungsinhalt der ELWA von my-PV

Weiters kann der Heizstab auch per Steckdose betrieben werden, was für mich aber nur im Notfall bzw. Zentralheizungsausfall angedacht ist. Im normalen Betrieb muss die 230 Volt Leitung nicht angesteckt werden. Viel gibt es nicht zu sagen: Man montiert sie im Wasserspeicher, stellt die gewünschte Temperatur ein, schließt sie an die PV Anlage und das war es dann auch schon. Schichtspeicherbetrieb ist mit zwei ELWA auch möglich, das ist auch nicht schwer zu verkabeln, vielleicht für die Zukunft interessant.

Die ELWA kann via Infrarot/USB Interface auch ausgelesen werden, dies wird auch für Vergleichswerte sorgen. Neu ab Frühjahr 2020 wird es eine Cloud-Plattform geben, die mit dem USB Interface und dem kommenden Cloud-Connect Ertragsdaten Live und online einsehbar macht.

Kleines Video zum Aufbau und Lieferumfang

Sobald vorhanden, werde ich hier die Werte auch preisgeben. Laut my-PV hat der ELWA einen Datenspeicher für etwa 8 Jahre – das sollte ausreichen für eine gute Übersicht. Interessant für mich sind natürlich die tatsächlichen Ertragswerte und die daraus resultierende Amortisationszeit – denn die Anlage soll sich ja auch rechnen und nicht nur ein Bastelprojekt sein.

Die erste Inbetriebnahme fand noch im “Trockenen” statt, der Heizstab wurde im Einstellungsmodus betrieben und ich konnte somit gleich die neue Firmware installieren. Das ganze war sogar mit einem Ubuntu Laptop mit WINE möglich. Das USB Infrarot Modul wurde ohne weiteres Erkannt und wenn man im Ordner mit der EXE Datei “sudo wine ELWA\ V1_05.exe” per Terminal eingibt, startet die Software.

Auf Anfrage wurde mir von my-PV das Infrarotmodul für mein Projekt zur Verfügung gestellt, wofür ich mich sehr bedanke! Auch möchte ich erwähnen, dass der Service dort freundlich und kompetent ist, man hat mich bei meinem Projekt mit allen Fragen gut unterstützt und beraten.

Schätzungen

Um quasi gegen die Realität anzutreten, habe ich auch gerechnet, geraten und geschätzt.

Meine Schätzungen beruhen auf der geplanten Anlage, Sonnenstand und daraus geschätzten Ertrag. Ein Verlust von 10 Prozent ist immer eingerechnet.

Hier eine Liste mit dem erwarteten Ertrag für einen Sonnigen 01. März.
2,0 kWp in Kärnten, 25 Grad Dachschräge und SW Ausrichtung.

UhrzeitErw. Ø Ertrag kWGrad/Stunde
8 Uhr0,10,49
9 Uhr0,31,47
10 Uhr0,62,45
11 Uhr0,94,4
12 Uhr15,38
13 Uhr14,89
14 Uhr0,94,4
15 Uhr0,83,91
16 Uhr0,62,93
17 Uhr0,52,45
18 Uhr00
Gesamt6,7 kW32,77 Grad/Tag

Wie erwähnt sind das nur Schätzungen, aber basierend auf Berechnungen von Wetterdiensten, die Ort, Ausrichtung und kWp berücksichtigen. Der 1. März ist ein guter Tag für diese Berechnungen, da ich annehme, dass die Übergangszeit sehr wertvoll sein wird.

Erste Ertragswerte

Die ersten Vergleichswerte konnte ich am Ostermontag, der 13. April 2020 abrufen. Der Stab wurde montiert und gegen 11 Uhr Vormittag startete die ELWA und die 7 Paneele am Dach mit der Warmwasserproduktion. Der Tag war insgesamt wechselhaft, Sonne hat aber bis Abends überwogen. Dank etwas Dunst war auch nie komplett klares Sonnenlicht, doch die Kombination konnte bereits überzeugen.

Start war bei 10 Grad aus der Leitung, für 160 Liter. Zwischendurch konnte die Anlage bis zu 1500 Watt erreichen, 1200 waren es Nachmittags bei Sonne mit Einbruch bei ziehenden Wolken. Als Gewitterwolken alles verdunkelten, waren es immerhin noch 128 Watt – zumindest besser als nichts.

Somit war der erste Tag gleich mit 7,7 kWh schon sehr erfolgreich, auch wenn nur etwa 6 Stunden in Betrieb. Abends war das Warmwasser trotz 15 Grad Verbrauch bereits auf knapp 40 Grad – über den Tag hat die Anlage also 45 Grad erwärmt. Damit bin ich schon sehr zufrieden.

Vier Tage hintereinander konnte ich bereits bei fast durchgehendem Sonnenschein testen, was geht. Auslesen der ELWA konnte ich bis etwa 20 Uhr, denn es braucht etwas Sonne, damit die Elektronik noch Daten liefert. Hintereinander gereiht – ohne Daten in der Nacht – sieht das so aus:

Leistung vom 15.04.2020 bis 18.04.2020. Gelbe Balken sind Leistung in kW und rote Linie Wassertemparatur
Leistung vom 15.04.2020 bis 18.04.2020. Gelbe Balken sind Leistung in kW und rote Linie Wassertemparatur

Man erkennt gut, wenn Wolken vorüberziehen (gelbe Balken brechen ein), sowie, wenn man Warmwasser verbraucht (roter Strich). Man erkennt auch, dass die ELWA trotz Südwestausrichtung bereits um 6:30 einschaltet und minimal zu liefern beginnt. Ab 10 Uhr kommt die Sonne direkt auf die Paneele und dann geht das Wärmen erst richtig los.

12.035 Wattstunden war bisher das Maximum, nicht schlecht für Mitte/Ende April. Noch interessant war ein fast durchgehend bewölkter Tag:

20.04.2020 – meistens bewölkt und doch einiges an Leistung mit 4.900 Wh

Am Vortag war durchgehend Regen, weshalb zugeheizt wurde. Doch bis Abends war das Wasser wieder auf fast 60 Grad – 4.900 Wh mit kaum Sonne ist kein schlechter Wert!

Fazit

Allgemein lässt sich sagen, dass ein Photovoltaik-Aufbau grundsätzlich mit etwas Arbeit und womöglich viel Eigenleistung zu stemmen ist. Variablen wie der Dachzustand machen es einem eventuell leichter, oder schwerer. Unterschätzen darf man es jedoch nicht.

Nach knappen zwei Wochen kann ich zumindest sagen, dass die Euphorie etwas gewichen ist, da nach all der Arbeit scheinbar Stillstand herrscht. Denn das System funktioniert einfach. Mehr als ein oranges Licht mit hohem Säuseln ist an der ELWA nicht zu vernehmen. Einmal am Tag Werte ausmessen, oder im Log die letzten Tage überblicken.

Wir hatten Sonne, Wind, starken Regen – alles läuft wunderbar und das ist das Schöne am Strom – lautlos, kaum Abnutzung und keine zusätzlichen Rohrsysteme. Nach einer Woche hatten wir bereis über 60 kWh Warmwasser erzeugt – die Heizung ist tatsächlich so gut wie nicht in Betrieb. Leider sind die 160 Liter grundsätzlich etwas klein, für zwei Personen mit duschen und haushalten, geht sich das aber dennoch aus. Im Gegensatz zu Solarheizungen schaltet die ELWA bei erreichen der Solltemperatur einfach ab – kein Heißwasser-Überschuss im Sommer. Für Regen und Wintermonate regulieren wir das Warmwasser per Heizung auf 32 Grad Minimum, dann ist das Wasser niemals kalt und der Heizstab kann nach wie vor bis 65 Grad hoch heizen. Wegen Legionellen ist dies nur bei kleineren Warmwasserspeichern ratsam, wo stetiger Fluss herrscht.

Leider verlieren wir durch den direkten Anschluss an den Heizkreislauf (weil diese ja mit dem Warmwasserheizkreislauf gekoppelt ist und darüber liegt) etwas Energie, zukünftig kann man das natürlich umplanen und mit einer neuen Heizung anders kombinieren – vielleicht sogar eine zweite ELWA in einen Heizpufferspeicher – auch dafür ließe sich der Schichtbetrieb nutzen. Wenn das Warmwasser heiß genug ist, wird dann einfach Heizwasser gewärmt.

Nachtrag: Dank der “Krise” im ersten Halbjahr 2020 wurde das Rohöl insbesondere günstig, da die Abnahme eingebrochen ist. Für die Natur hatte das sowieso einen sehr positivsten Effekt, das gesparte Geld haben wir so nun anstatt in Heizöl, in diese Anlage verbaut. Nur, dass diese Anlage auch in Jahren noch Energie liefert. Ein Liter Öl ist weg, wenn er weg ist.

Der erste Monat – Update 14.05.2020

Nachdem das System am 13. April angelaufen ist, kann ich am 14. Mai nun das erste Monat aufrollen. Wir hatten viel Sonne, die letzten Tage waren aber sehr mit Regen und Wolken bedacht. Es wurden noch die Zeiten optimiert wann die Ölheizung Warmwasser aufheizt – da ich der PV Anlage vor allem am Morgen etwas Zeit geben möchte über die Minimaltemperatur zu kommen. Ansonsten würde die Ölheizung morgens das Wasser gleich mal aufwärmen, dann kommt erst die Sonne raus und der Heizstab hätte über den Tag nicht die Effektivität – das geht natürlich nur, wenn man nicht gleich heißes Wasser in der Früh braucht. Durch die Süd-West-Ausrichtung ist die Zeit momentan auf 10:30 eingestellt – damit spätestens Mittags warmes Wasser vorhanden ist. Bei Sonnenschein ist das sowieso kein Problem.

Nach einem Monat haben wir also rund 250 kWh Solarenergie erzeugt. Das in der Übergangszeit und mit Regentagen – natürlich wäre oft mehr gegangen, der Wasserspeicher ist aber noch zu klein mit 160 Liter und man muss das Wasser ja auch nutzen – bei 65° wird abgeschaltet. Rechnet man bei Öl mit unserem Beispielwert von 10 Cent pro kW – haben wir im ersten Monat rund 25 Euro Öl gespart. Und auch gefühlt hat die Ölheizung nur wenige male Wasser aufgeheizt, man hört diese bei Schönwetter eigentlich gar nicht mehr. Bei einem Schichtenspeicher, mit dem auch zugeheizt wird, erhöht sich der Wert noch. Natürlich ist auch der Umweltaspekt wichtig und mit jedem Sonnentag, steht man besser da.

13.04.2020 – 14.05.2020: Man erkennt gut welche Tage sonnig, welche Wolkig oder auch komplett verregnet waren bzw. wenn der Bedarf nicht so hoch war.

Also soweit auch nach einem Monat ein positives Fazit: Stumm nutzen wir die Unmengen an Energie die sowieso aufs Dach knallen, wärmen Wasser, schützen die Umwelt und bewegen uns weiter weg von der Ölzeit.

194 Tage im Blick – Update Oktober 2020

Mit dem Ende des Sommers geht auch in etwa das erste halbe Jahr für die PV Anlage zu Ende. Die Sommermonate sind natürlich, was Sonnenausbeute angeht, begünstigt. Nichts desto trotz wird Warmwasser gebraucht und wie bereits vorher erwähnt, konnte die Primärheizung sich sehr viele Tage Auszeit nehmen.

Als Zusammenfassung lässt sich momentan folgende Werte mit 22.10.2020 auslesen:

Gesamt: 1.326,98 kWh bzw. 1,326 MWh
Tagesschnitt: 6,84 kWh

Das hört sich schon sehr gut an – vor allem, dass man tatsächlich die Megawattstunden bereits durchbrochen hat. Der Tagesschnitt variiert natürlich nach Wetter, wird sich in den Wintermonaten nach unten korrigieren was den Jahresschnitt angeht. Bei unseren 10 Cent als Berechnungsgrundlage pro kWh Öl haben wir somit immerhin bereits an die 133 Euro gespart.

Danksagung und Links

Auf Anfrage hat man mir von my-PV ein USB-Interface zur Überwachung und diesen Artikel zur Verfügung gestellt – dafür möchte ich mich nochmals herzlich bedanken!

Hier der Link zu einem Google Sheet mit der Täglichen Auswertung:
Auswertung ELWA Stefan Krenn

Auch ringsumher danke für das Interesse und die Hilfe, darunter die ASM GmbH in Bleiburg, sowie Holzbau Roscher.

my-PV Website:
https://www.my-pv.com/

Neu ist auch der my-PV Power Coach zum berechnen von Bedarf:
https://coach.my-pv.com/